„Jeder meint, dass seine Wirklichkeit die wirkliche Wirklichkeit ist.“ (Paul Watzlawick)
Wirklichkeit ist nicht gegeben – sie wird wahrgenommen, gedeutet und damit hervorgebracht. Sie entsteht im Vollzug von Wahrnehmung. Wirklichkeit wird nicht einfach abgebildet, sondern im Zusammenspiel von Erfahrung, Prägung und Interpretation konstruiert. Unterschiedliche Beobachter erzeugen unterschiedliche Wirklichkeiten – aus unterschiedlichen Perspektiven und Unterscheidungen.
Wirklichkeit ist damit subjektiv und perspektivisch. Sie erhebt keinen Anspruch auf Wahrheit, sondern auf Stimmigkeit: Sie muss zur eigenen Erfahrung passen und Handeln ermöglichen. Ernst von Glasersfeld bezeichnet dies als Viabilität – die Lebensfähigkeit einer Wirklichkeit zeigt sich darin, dass sie wirksam ist.
Wirklichkeit ist nicht beliebig. Was Menschen für wirklich halten, prägt, wie sie fühlen, entscheiden und handeln – in Beziehung, Kommunikation und Organisationen.
Wo dies bewusst wird, entsteht Spielraum: Wirklichkeit kann nicht frei gewählt werden, aber sie kann anders gesehen, verstanden und gestaltet werden.